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Damit jede Pflanze ihre Würde behält

Geranium und Campanula in voller Blüte, bestäubt von einer Hummel

Hinweis vorweg: Dieser Beitrag wurde ursprünglich in der Fachzeitschrift DEGA GaLaBau veröffentlicht. Das Original sowie ergänzende Informationen finden Sie unter: Expertenbrief 01/2024

In vielen Betrieben des Garten- und Landschaftsbaus wird die Gartenpflege als bloßer Bestandteil der Fertigstellungspflege betrachtet, mitunter mit einem belächelnden Unterton.

Die fehlende Wertschätzung für Pflegearbeiten ist jedoch keineswegs gerechtfertigt. Dieser Umstand führt dazu, dass angehende Gartenenthusiasten bereits während ihrer Ausbildung ein verzerrtes Verständnis für die Bedeutung von Pflegearbeiten vermittelt bekommen. Die Kunst der Gartenpflege erfordert viel mehr Herz und Verstand bei der Arbeit, um sicherzustellen, dass die natürliche Würde jeder Pflanze bewahrt wird. Das zentrale Element in der Pflege sollte die Liebe zu Pflanzen sein. Es ist von entscheidender Bedeutung, sich auf jede Pflanze, sei es ein Gehölz oder eine Staude, einzulassen und deren natürlichen Wuchs sowie deren Gesamtbedeutung für den geeigneten Standort zu berücksichtigen.

Damit eine ausgewogene Gartenpflege gelingt, braucht es jedoch nicht nur Hingabe, sondern auch das entsprechende Wissen, sodass Pflanzenarten korrekt angesprochen und verwendet werden können. Erst dadurch gelingt es, sowohl den eigenen als auch den Ansprüchen der Pflanze gerecht zu werden. Herz und Verstand bedingen sich daher gegenseitig und können gemeinsam viel erreichen.